Medienrecherchen verknüpfen maltesische Glücksspielanbieter mit mutmaßlich illegalen Wettbetrieben in Deutschland
Tina Schmitz · Sep 27, 2026

Medienrecherchen verknüpfen maltesische Glücksspielanbieter mit mutmaßlich illegalen Wettbetrieben in Deutschland

Internationale Medienrecherchen stützen sich auf Dokumente aus einem Hack der maltesischen Glücksspielaufsicht MGA aus dem Jahr 2026 und stellen Verbindungen zwischen mehreren auf Malta ansässigen Unternehmen und mutmaßlich illegalen Online-Glücksspielangeboten in Deutschland her, während die Berichte Platincasino als größtes angebliches illegales Casino des Landes identifizieren, das über Offshore-Strukturen betrieben wurde und rund 250 Millionen Euro an nicht entrichteten deutschen Glücksspielsteuern für die Jahre 2023 bis 2025 hinterlassen haben soll.
Hintergründe der Untersuchung
Die Berichterstattung stützt sich auf Unterlagen, die bei dem Einbruch in die Systeme der Malta Gaming Authority erlangt wurden, und zeigt auf, wie die betroffenen Firmen ihre Aktivitäten über ausländische Konstruktionen organisiert haben sollen, sodass deutsche Behörden die Steuerzahlungen nicht direkt einfordern konnten, während die Ermittler gleichzeitig die operativen Strukturen nachverfolgten, die den Zugang zu deutschen Spielern ermöglichten.
Beobachter der Branche stellen fest, dass solche Offshore-Modelle in der Vergangenheit wiederholt für Spannungen zwischen nationalen Regulierungsrahmen und grenzüberschreitenden Anbietern gesorgt haben, und die aktuellen Recherchen liefern nun konkrete Zahlen sowie Namen, die eine präzisere Zuordnung der Verantwortlichkeiten erlauben.
Details zu Platincasino und den Steuerrückständen
Platincasino gilt laut den vorliegenden Berichten als das größte mutmaßlich illegale Casino in Deutschland, das über Offshore-Strukturen abgewickelt wurde und dessen Betreiber schätzungsweise 250 Millionen Euro an deutschen Glücksspielsteuern für den Zeitraum 2023 bis 2025 nicht abgeführt haben, wobei die Recherchen die Summe auf Basis der aus dem MGA-Hack gewonnenen Dokumente ermittelt haben.
Die Berichte nennen zudem einen früheren wirtschaftlich Berechtigten, der in den Medien als Thomas Kalman von Red Rhino/Platincasino identifiziert wird und der im Rahmen einer umfangreichen Polizeioperation im September 2026 festgenommen wurde, bei der Vermögenswerte im Wert von etwa 82 Millionen Euro beschlagnahmt wurden.

Die Rolle der GGL und weitere Ermittlungsschritte
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat in einer Stellungnahme den erfolgreichen Schlag gegen illegale Glücksspielaktivitäten in Milliardenhöhe begrüßt und dabei ausdrücklich auf die Ermittlungen gegen Platincasino Bezug genommen, sodass die Behörde ihre Position zu grenzüberschreitenden Angeboten weiter verdeutlicht, während die laufenden Verfahren zusätzliche Daten aus dem Malta-Hack auswerten.
GGL-Pressemitteilung bestätigt, dass die Ermittlungen gezielt auf die genannten Strukturen abzielen und die beschlagnahmten Vermögenswerte Teil eines größeren Verfahrens darstellen, das mehrere maltesische Lizenznehmer betrifft.
Internationale Dimension der Berichterstattung
Journalisten aus verschiedenen Ländern haben die aus dem MGA-Hack stammenden Dokumente ausgewertet und dabei nicht nur Platincasino, sondern auch weitere Malta-basierte Firmen identifiziert, deren Angebote in Deutschland ohne die erforderliche nationale Erlaubnis zugänglich waren, sodass die Steuerausfälle und die operativen Verflechtungen über mehrere Jahre hinweg nachverfolgt werden konnten.
Die September-Operation 2026 markiert dabei einen vorläufigen Höhepunkt der Ermittlungen, bei dem die Festnahme des genannten wirtschaftlich Berechtigten und die Sicherstellung von 82 Millionen Euro an Vermögenswerten die bisherigen Recherchen ergänzen und den Behörden weitere Ansatzpunkte für Nachforschungen liefern.
Ausblick auf laufende Verfahren
Die beteiligten Behörden werten weiterhin die beschlagnahmten Unterlagen aus, und die Medienberichte weisen darauf hin, dass zusätzliche Verfahren gegen weitere Beteiligte möglich sind, während die steuerlichen und strafrechtlichen Konsequenzen für die genannten Unternehmen und Personen noch abschließend geklärt werden müssen.
Schlussfolgerung
Die Kombination aus den gehackten MGA-Dokumenten, den Steuerschätzungen in Höhe von 250 Millionen Euro und der Festnahme im September 2026 zeichnet ein detailliertes Bild der mutmaßlichen illegalen Aktivitäten, das die deutschen und internationalen Ermittlungsbehörden in den kommenden Monaten weiter bearbeiten werden.